Wednesday, 5. january 2011
3
05
/01
/Jan.
/2011
16:09
Wie ihr sicher alle mitbekommen habt, war ich eine ganze weile lang in diesem Blog nicht aktiv. Das hat selbstverständlich auch alles seine Gründe.
Vor nun fast 5 Monaten trat ich meine Reise nach Bristol, England an um dort für 5 Monate als Au Pair zu arbeiten. Ich wusste nicht was auf mich zu kommt, ob ich das überhaupt alles so packen
würde.
Ich muss zugeben ich hatte schon immer Spaß mit Kindern und habe mich gerne um sie gekümmert, allerdings war ich auch immer froh sie wieder an die Eltern weitergeben zu können. Nunr als Au Pair
lebt man mit der Familie, da ist das nicht ganz so einfach, dieses weitergeben.
Ich passe auf zwei Kinder auf, die kleine ist Vier und der große acht. Er ist recht schüchtern, verschlossen ich bin ihm noch immer nicht so nah wie seiner Schwester am ersten Tag. Allerdings
merke ich, wie sich alles entwickelt hat, wie er mir durch kleine Dinge zeigt, dass er mich mag. Wenn er mich zum beispiel zu sich ruft und mir von seinem Tag erzählt, am Anfang hatte er ab und
zu mal ein Wort mit mir geredet.
Die kleine ist das komplette Gegenteil. Sie ist aufgeweckt, schließt einen schnell ins Herz und ja eine kleine Drama Queen;) Das ist in dem Alter aber wahrscheinlich normal.
Nun ja als ich also hier anfing hatte ich keine Ahnung ob ich da spacken würde. Ich bin nämlich, was häuslichkeiten angeht wirklich schrecklich faul. Ich kann nicht kochen, putzen tue ich selten
und Wäsche gewaschen hatte ich noch nie alleine. Mittlerweile kann ich ein paar Gerichte kochen und meine Wäsche ist auch noch nicht geschrumpft, ja da bin ich schon ein bisschen Stolz. Sogar das
Bügeln hat geklappt. Es soll ja Leute geben die so etwas gerne machen... unbegreiflich für mich, da ich mich immer so schrecklich schnell wie ein Heimchen am Herd fühle.
Und die Kinder? Ja die Kinder... der kleinen habe ich, um ihr besser erklären zu können, wie lange ich denn da bin gesagt, dass ich kurz vor ihrem Geburtstag gehe. Ihr Geburtstag ist der 10.2.
Sie selbst weiß auch, dass dieser Tag immer näher rückt und in letzter Zeit Häufen sich die Liebeserklärungen.. von "Ich wpnschte ich könnte dich für immer haben" über "Ich liebe dich, ich will
nicht dass du gehst" zu "Ich freu mich überhaupt nicht auf meinen Geburtstag, weil du dann nicht mehr da bist." Was soll man denn da sagen, wenn ein kleines Vierjähriges Mädchen einen mit seinen
großen braunen Kulleraugen ansieht? Wie soll man sich denn fühlen, wenn man weiß, wegen mir freut sie sich nicht auf ihren Geburtstag? Und was soll man denken wenn man sich vorstellt, was
passiert, wenn man plötzlich weg ist? Sie kann mich ja leider nicht einmal zum Flughafen bringen, weil sie zur Schule muss. Das wird den Abschied noch schwerer für sie machen.
Sie lässt es mich deutlich spüren, dass sie traurig ist. Letzte Woche kam sie zu mir ins Bett gekrochen und wir haben sage und schreibe zwei Stunden lang gekuschelt. "Du bist ja bald weg, da will
ich die Zeit mit dir genießen" Hat sie gesagt. Und "Steh doch bitte früher auf, dann haben wir mehr Zeit".
Ich versuche ihrem Wunsch so gut es geht zu erfüllen. Aber ich habe nun mal einen typisch jugendlichen Biorhythmus.
Nun ja am 4.2 trete ich also die Heimreise an und muss gestehen, dass ich diese Kinder sehr ins Herz geschlossen habe. Am Anfang dachte ich, es wäre Horror die Kids rund um die Uhr um mich
zu haben, aber jetzt denke ich, dass Kinder etwas wundervolles sind.
Für sie war ich in dieser Zeit die beste Freundin, große Schwester und manchmal sogar eine art Mutter. Das hat mich natürlich auch strak beeinflusst, ich habe mehr Verantwortung übernommen, habe
mit erstaunen bemerkt, wie ich freiwillig auf den Nachtisch verzichte, damit sie etwas mehr haben können... (Was Essen angeht so bin ich eigentlich ein sehr egoistischer Mensch..)
Natürlich bin ich nach wie vor der Auffassung, dass ich mit meinen zwanzig Jahren zu jung für ein Kind bin. Allerdings, kann ich jetzt auch verstehen, wie manche Menschen schon so früh Eltern
werden können. Es gibt einfach nichts faszinierenderes, als in die Welt eines Kindes geführt zu werden. Nichts schöneres, als sein Lachen. Nichts traurigeres, als seine Tränen. Und nichts
bewundernswerteres, als ihre reine Ehrlichkeit.
Neueste Kommentare