Die Rebellen von heute

Veröffentlicht auf von Ildikó

Diese Woche hat bei mir die schule wieder angefangen. Kursstufe 12. Das ABI fängt an. ABI, das Wort das im Moment mehr Angst und Schrecken bereitet als alles andere.
Ich bin eins der wenig Politik interessierten Mädchen bei uns in der Stufe und habe mit 4 anderen weiblichen und  15 männlichen Mitschülern Gemeinschaftskunde als Hauptfach gewählt.
Heute lasen wir einen Zeitungsartikel, der wie so oft auf die Jugend von heute schimpft.
Darin stand, dass wir alle egoistisch sind und unsere eigenen Ziele verfolgen, der rest der Welt interessiert uns nicht.
Außerdem sind wir total pessimistisch und denken, wir allein könnten nichts erreichen. Und der größte Vorwurf war: Wir sind stumme Ja-sager..bloß nicht auffallen und sagen, was einen stört. man könnte ja Ärger bekommen.
Und dann natürlich wieder dieses Null-Bock Syndrom.

Nun ich würde mich selber als kleinen Rebell bezeichnen deshalb, hat mich dieser Artikel sehr aufgeregt.
Was haben wir denn bitte heute noch zu rebellieren? Es gibt doch fast nichts! Und wenne es etwas gibt zum beispiel, den Irakkrieg, kann man ift tn was man möchte. Es gab Friedensketten, 1000 von Briefen, Diskussionen alles Mögliche. Aber wenn nun mal ein großes und leider Gottes mächtiges Land von einem Idioten wie George Bush regiert wird, ein Mann, der sich lieber um seinen Ruf kümmert und im Kindergarten schön das Buch über die kleine Eisenbahn vorließt, während ein paar Kilometer entfernt, gerade der größte Terroranschlag der gescichte stattgefunden hat, da kann man rebellieren wie man will! Wenn man sich sogar richitg reinhängt, endet man am Ende noch in Guantanamo!
Wir Leben zwar im einen Land mit freier Meinungsäußerung...angeblich. Die frage ist nur, tun wir das wirklich?

Nächstes Beispiel: Eva Hermann

Nun gut, ihre Ausdrucksweise und Idee vom 3. reich, ist vielleicht nicht die meist vertretenste, aber ist das ein Grund, sie aus einer Sendung zu werfen? Nur weil sie eine vielleicht etwas unangenehme Ansicht hat?
Durfte sie ihre Meinung bei Kerner frei äußern? Nein! Und von einem Tag auf den anderen war sie die Buh-frau in ganz Deutschland.

Ich kann aber auch gerne ein beispiel von mir geben. Ich rebelliere gerne, weil mir meine Meinung und meine Ideen sehr am herzen liegen, die geb ich nicht so einfach her.
Ich hatte mal einen Lehrer, der sändig abfällige Bemerkungen über Ostdeutsche Familien machte. Nun kommt meine Familie aber nunmal aus der gegend, und er wusste das. Ich ließ mir das natürlich nicht gefallen. Und bat ihm darum sich ersteinmal ein Bild vom "Osten" zu machen, bevor er so herumlästert. Er meinte man müsse nur in den fernseher schaun, da sieht man genug.
Aber es ist doch klar, dass man nur diese assi-familien aus Ostdeutschland sieht. Weil das ist, was die Leute sehen wollen. Eine super Intakte Familie mit normalen einkommen, die wahrscheinlich sogar noch dialektfrei spricht...das wäre doch langweilig! Sowas will keiner sehen.
Dann Argumentierte er mit den Straftaten. Doch z.B. in Köln pasieren ständig solche Dilikte, das wird nur nicht so groß aufgepusht , wie bei meldungen aus dem Osten. Da würden sich die Zeitungen  ja nicht so gut verkaufen.
Dann kam er mit den Nazis in den neuen Bundesländern. Aber habt ihr euch einmal überlegt wie man heutzutage noch provozieren und rebellieren kann? Es gibt gerade mal 2 Möglichkeiten...die eine ist alles, was mit der Ns zu tun hat, zur anderen komme ich später.
Um aufzufallen, Aufmerksamkeit zu bekommen, muss man heutzutage etwas anstellen. Mein Lehrer  brachte ein schönes Beispiel: Wenn man jetzt auf die Eingangstür der schule ein Bild von che Guevera sprayen würde, würden einige Leute schmunzeln und denken"Achja, die Jugend." Doch würde jemand NSDAP hinsprayen, würde sofort die ganze Tür ausgewechselt werden und zeitungen würden darüber beriichten wahscheinlich wird sogar die Polizei eingeschaltet.
Nun sind die Situationen im Osten heutzutage nicht ganz so gut. das gebe ich zu. Die Jugendlichen sind frustriert, doch es hört ihnen niemand zu. Die die Arbeitsplätze haben , wollen diese auch behalten und halten schön die Klappe. Also müssen sie Aufmerksamkeit erregen. Und sie haben nur 2 wirkliche Möglichkeiten....den rest kann man sich ja denken...

Doch meinem damaligen Lehrer war das scheiß egal. Habe ich mal was falsches gesagt kam etwas unter dem motto:"Ja die hat eh keine Ahnungm, die ist von "Drüben".
Irgendwann war es mir zu blöd, ich habe es ihm oft genug gesagt, dass ich es unverschämt finde. Irgendwann wurde es mir zu viel und ich verließ die Klasse. Und ich ging mit den Worten"Ich komme nicht mehr in diesen Unterricht, bevor sie sich entschuldigt haben." Er lachte nur.
Nun ich rebellierte somit, kämpfte für meine Meinung. Nachdem ich 4mal nicht in seinem Unterricht erschien bekam ich einen blauen Brief:"Ihre Tochter verweigert die Unterrichtsteilnahme, sollte sie zur nächsten Stunde nicht erscheinen, erhält sie einen Schulverweis."
Da sieht man, was ich davon hatte. Ich habe rebeliert und wäre fast von der Schule geflogen..

Und so geht es den Rebellen von heute nun mal. Die, die unzufrieden sind, haben Angst noch mehr zu verlieren und ein rebell allein ist wirklich zu wenig. Ein paar haben gegen die Studiengebührem rebelliert. Aber eben nur ein paar.
Das problem ist nicht unser pessimismus, sondern das wir keine wirlkiche Gemeinschaft mehr haben. Was wird uns denn jeden tag eingebleut?
Arbeitet mit, Schule ist wichtig, aus euch wird sonst nichts, macht eine anständige Ausbildung. Heutzutage können sich Unis ihre Studenten und  Firmen ihre Mitarbeiter aussuchen.
Man hat also 2 Möglichkeiten: Entweder man ist man selbst und eben anders oder man mischt sich unter die graue Masse. Was ist einfacher für einen Chef? Ein Mitarbeiter , der seine Meinung sagt und sich nicht alles gefallen lässt und somit oft zu Konflikten führt oder einer der einfach schön alles ohne goße Diskussion erledigt?
Die Frage erledigt sich jawohl von selbst.

So ziemlich jeden tag wird mir gesagt , dass man allein ein Nichts ist. Eine Freundin meiner Mutter sagte mal:" Du bist doch nur ein winzig kleiner Punkt auf dieser welt! Unter Billionen von anderen kleinen Punkten. Da fällst du doch nicht auf! Und wenn du verschwindest, nimmt ganz schnell ein anderer Punkt deinen Platz ein. Niemand merkt, dass du weg bist."
Darauf sagte ich ich:"Dann muss man eben ein großer Punkt werden." Und dann lachten sie mich aus. Jung und naiv, wurde ich genannt. 
So ich bin  also jung und naiv, weil ich mir nicht alles gefallen lasse und noch so etwas wie träume hab? 
Ich sprach ja vorhin von 2 Möglichkeiten, zu provozieren und zu rebellieren. Die 2. wäre in der heutzutage Leistungsorientierten gesellschaft die Arbeitsverweigerung. Sich einfach nicht diesem Druck hingeben. Doch was ist man denn, wenn man nicht arbeitet...faul, assozial, lebt auf kosten der Staatskasse. Dabei will man doch nur nicht so ein Arbeitsopfer sein, dass mit 30 sein ertste Burnout hat...
Diese Leute rebellieren also. Genau das, was der Autor des zu anfang erwähnten Artikels wollte. Indem sie die Atbeitverweigern und sich dem Druck nicht hingeben. Rebellieren gegen die workaholic generation...und was schreibt diese tolle Autor eine Zeile später? Nullbock-generation !!!!
Super, ich rebeliiere also gegen diese Gesellschaft und schon vertrete ich die Nullbockgeneration. Dieser mann widerspricht sich selbst! Wenn ich etws tun will, bin ich assouzial und gehöre der null-bock Generation an! Wie man's macht, macht man's verkehrt.

Der Rebell von heute stirbt also immer mehr aus. Was passiert denn mit Organisatioenen wie Greenpeace? Sie werden ausgelacht. da gibt es noch ein paar Menschen, die die Welt noch nicht total aufgegeben haben, und wie dankt man es ihnen? Mit Spott und Hohn!
Was bringt uns denn ein guter Arbeitsplatz wenn die Welt langsam zu grunde geht? Oder ein krieg ausbricht?
Aber nein, so etwas wird ja nie passieren. Irgendjemand wird den Klimawandel schon stoppen, wieso solllte ich auch mene Hände schmutzig machen? Ach und irgendwann wird man schon wieder Erdöl finden. Die Usa brauchen nur nen neuen Präsidenten...dan werden die Friedlich, ja und Russland mehrt sich auch aus.

Ja Liebe Leute, setzt euch nur weiter vor euren Computer und arbeitet unbezahlte Überstunden. Ich werde deweile zum großen Punkt und ändere die Welt!

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Kommentiere diesen Post
A
<br /> Ist mir sehr sympathisch. Hilft auch beim Verständnis von Menschen deiner Generation.<br /> Was diesen Lehrer angeht, so hättest du dich vielleicht über ihn beschweren sollten bei der Schulleitung. OK, klingt nicht sehr rebellisch, aber solche Leuten sollen zu spüren bekommen, dass man<br /> sich wert.<br /> Ich wünsche dir jedenfalls, dass du ein großer, leuchtender Punkt wirst, den man nicht übersieht.<br /> <br /> <br />
Antworten
I
<br /> Ich war beim schulleiter, hat nichts gebracht, danke =)<br /> <br /> <br />